Mit diesem Transatlantik-Projekt ist es mein Ziel, als erste deutsche Seglerin im November 2017 am Zielort der Transatlantik-Regatta Mini Transat in der Karibik einzutreffen! Auf dieser Seite könnt ihr und können Sie Näheres über das Projekt lesen und seine Entwicklung verfolgen. Weiterhin berichte ich außerdem über meine Aktivitäten in der Europe-Klasse.
Letzte Europe-Regatta des Jahres in Schwerin
Die für mich letzte Europe-Regatta dieses Jahres fand am 18./19.10. am Schweriner See statt und war mit 77 Schiffen die größte Europe-Regatta Deutschlands. Der Schweriner Herbstpokal wird in den Klassen Opti, Laser und Europe ausgesegelt. Eine tolle Veranstaltung, die der Segelsportverein Schwanenhalbinsel mal wieder auf die Beine gestellt hat!
Auch der Wind war uns gut gesonnen: Samstag konnten wir bei 2-4 Windstärken vier Wettfahrten segeln. Abgesehen von drei allgemeinen Rückrufen und letztenendes fast 20 BFDs beim Start zur zweiten Wettfahrt lief alles gut ab. Aber der Wettfahrtleiter hatte bei der Steuermannsbesprechung auch nur die Laser-Segler ermahnt ordentlich zu starten... ;-)
Sonntag war absolut traumhaftes Wetter. Sonne, blauer Himmel, im Verlauf des Tages 20°C und zunehmender Wind auf 4-5 Beaufort. Nach zwei weiteren schönen Rennen hatten wir unsere Anzahl an Wettfahrten voll.
Ich hatte kurz vor der Regatta meinen Mast getauscht und durfte dazu passend jetzt auch ein neues Segel einsegeln, insofern war die ganze Regatta auch ein Materialtest für mich - und der ist sehr positiv ausgefallen. Natürlich kann immer noch etwas verbessert werden, aber das war sicherlich eine gute Materialoptimierung. Ich wurde insgesamt 16. und war damit 7. Deutsche. Unter den ersten 6 waren 5 Dänen, unter den ersten 15 waren 9 Dänen! Als einziger Deutscher auf den vorderen Plätzen konnte sich Sverre Reinke durchsetzen, der die Regatta nun zum dritten Mal in Folge gewonnen hat.
Die Europe-Saison ging somit nun zu Ende, jetzt geht es weiter mit Theorie, Projekt-Organisation, sowie Training an Land und auf dem Wasser...
Projektstart: Mini Transat 2017
Mein Ziel ist nun klar gesetzt: im Herbst 2017 möchte ich in Frankreich bei der Mini Transat starten!
An meiner Uni, der Université de Liège in Belgien, habe ich nun als "étudiant sportif" den Leistungssportler-Status erhalten, sodass die Vereinigung von Studium und Mini Transat-Vorbereitungen auf soliden Beinen steht!
In den nächsten Monaten wird weiterhin die Sponsorensuche ganz groß geschrieben. Untenstehend könnt ihr meinen Projekt-Flyer herunterladen, angucken und weiter verteilen - ich freue mich über eure Rückmeldungen.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Sponsoren -der Frisch GmbH und der Firma Bukh Bremen- sowie bei allen Leuten, die mich durch Tipps und Ideen unterstützen, bedanken!
Mini Transat 2017 Lina Rixgens.pdf
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6.Platz bei Deutscher Meisterschaft der Europe-Klasse
Vom 1.-4.Oktober fand die Deutsche Meisterschaft der Europe-Klasse in Ribnitz-Damgarten statt. Bei den Herren gingen 37 Segler an den Start, bei den Damen 24 und bei den Masters 14. Obwohl mein Uni-Semester schon wieder begonnen hat, konnte ich glücklicherweise teilnehmen.
Für die ersten Tage sah es vom Wind her nicht allzu vielversprechend aus. Leichtwind. Also ging es auch direkt mit Startverschiebung an Land los. Am Nachmittag konnte sich dann aber doch eine leichte Brise durchsetzen, sodass wir eine Wettfahrt hinbekamen. Der letzte Vorwind des Frauenfeldes zog sich mit dem abnehmenden Wind zwar schon sehr in die Länge, aber das Rennen konnte noch unter fairen Bedingungen beendet werden, für mich mit einem vierten Platz. Es hätte schlechter beginnen können.
Am Tag darauf dümpelten wir nach kurzer Startverschiebung raus auf den Regattakurs. Doch selbst die seltsamen streifigen Windbedingungen ließen nach einiger Zeit nach und auch die Motivation der Wettfahrtleitung, die irgendwann den Kurs auslegte, änderte leider nichts daran, dass der Wind komplett einschlief. Zurück blieben 75 Europe-Segler und eine spiegelglatte Wasseroberfläche... Nach etwa zwei Stunden wurde abgebrochen für den zweiten Tag der Meisterschaft. Durch inzwischen immer wieder (wenn auch böig und drehend) einsetzenden Wind konnte ich das in-den-Hafen-segeln noch gut zum Angleichen nutzen. Zumindest ein Tag mit Segelstunden, wenn auch ohne Wettfahrten.
Wir setzten alle unsere Hoffnung auf Samstag, den dritten Tag der DM. Ohne vier Wettfahrten hätte sonst noch unser Reservetag herhalten müssen. Doch das war zum Glück nicht nötig. Im Laufe des Morgens baute sich der Wind zunehmend auf und sogar die Sonne schaute vorbei. Bei 10-17kn konnten wir fünf Wettfahrten segeln. Ein herrlicher Segeltag! Und unsere Meisterschaft war somit auch gesichert. Während meine Kreuzen alle richtig gut liefen und meine Taktik immer aufging, verlor ich leider auf den Vorwind- und Raumschotskursen so manches Boot. Da fehlen mir eindeutig Trainingsstunden auf dem Wasser...und Welle! Mit den Plätzen 8, 4, 9, 5, 4 konnte ich aber zumindest eine einstellige Serie fahren und mich insgesamt auf dem 6.Platz positionieren, punktgleich mit der fünften.
Deutsche Meisterin der Damen wurde Janika Puls, Deutscher Meister der Herren Sverre Reinke. Herzlichen Glückwunsch!
Europe-WM in La Rochelle
Vom 18.-26. Juli fand in La Rochelle die Weltmeisterschaft der Europes statt. Bei den Herren starteten 73 Segler (davon 6 Deutsche), bei den Frauen 61 (davon 9 Deutsche).
Nach 1300km Anreise (mit einem kurzen Halt in Karlsruhe um noch zwei weitere Seglerinnen einzusammeln) schüttelten wir an den ersten zwei Tagen bei unglaublich heißen 38°C die lange Fahrt aus den Knochen, brachten die Vermessung hinter uns und machten einige Trainingsschläge in der Bucht, um uns an Strömung und Welle zu gewöhnen.
Samstag abend wurden wir mit einer kurzen, aber stimmungsvollen Eröffnungsfeier willkommen geheißen.
Am Tag darauf fiel um 13:00 der erste Startschuss. Durch einen Gradientwind aus NW an den ersten beiden Tagen konnte die Thermik diesen noch weiter verstärken, sodass wir Sonntag bei 4-5 und Montag bei 5-6 Beaufort insgesamt fünf tolle Rennen segeln konnten. Bei 1,50-2m hohen Wellen rauschte man auf den Vorwindkursen nur so hinunter, das war großer Spaß! Die Meter auf den Kreuzen waren jedoch hart erkämpft und bei 1sm Entfernung Luftlinie zwischen der Startlinie und der Luvtonne freute ich mich jedes Mal sehr, wenn ich nach etwa 15min Hängen die Luvtonne endlich das erste Mal sah...
Anfangs tat ich mich auf den Vorwindkursen noch etwas schwer, doch das besserte sich von Wettfahrt zu Wettfahrt. Nach einem 33. Platz im ersten Lauf fuhr ich die folgenden vier Läufe alle in den Zwanzigern, sodass ich vorerst auf Platz 28 landete.
Am dritten Tag war etwas weniger Wind und ich hatte teilweise das Gefühl in den Flautenlöchern zu stehen. Die Restwelle vom Vortag verbesserte das auch nicht gerade... Als dann auch noch der Wind auf der zweiten Kreuz des einzigen Tagesrennens 30° nach links drehte als ich gerade auf der rechten Seite war, war nur noch ein 35. Platz drin.
Abends fand auf der Terasse der Société des Régates Rochelaises das Sailors Dinner statt, in dessen Rahmen auch die Sieger des Nations Cups, das Team Norwegen, gekürt wurden.
Am Tag darauf war layday, Pause also. Nach den Starkwindtagen am Anfang, der Hitze tagsüber und dem späten an-Land-kommen abends nach den Wettfahrten war mir dieser Tag sehr willkommen. 1x Ausschlafen, Eis essen gehen in der Altstadt, schwimmen gehen am Strand und ein gemütliches Abendessen in unserem WG-Haus :-)
Mit den Plätzen 29 und 22 konnte ich bei anfangs 3, später 4-5 Beaufort am fünften WM-Tag noch einmal zwei ordentliche Rennen fahren.
An den letzten beiden Tagen war irgendwie der Wurm drin. Nichts lief so richtig wie ich mir das vorgestellt hatte. Beim Angleichen war mein Speed immer noch in Ordnung, doch bei dem herrschenden Leichtwind konnte ich in den Rennen nicht mehr genug Höhe fahren, sackte bei den anderen zu oft rein und musste zu viele Wenden fahren. Dazu kam, dass ich auf mindestens einer der Kreuzen immer auf der falschen Seite war.... Kurzum: Das Resultat der zwei Tagen waren zwei Streicher.
Insgesamt belegte ich nach 10 Wettfahrten nun Platz 32. Weltmeisterin wurde erneut Anna Livbjerg aus Dänemark, Weltmeister Lars Johann Brodtkorb aus Norwegen. Beste Deutsche wurde Janika Puls auf Platz 4, bester Deutscher Sverre Reinke auf Platz 7.
Auch wenn ich wegen der letzten Tage seglerisch mit einem nicht so tollen Gefühl aus der WM herausging, bin ich im Großen und Ganzen zufrieden mit meiner Meisterschaft. Meine Vorbereitungs- und Trainingszeit war dieses Jahr auf Grund meines Studiums einfach zu kurz.
Die WM an sich war eine toll organisierte Veranstaltung mit echtem Meisterschaftsflair. Das in Kombination mit einer super Stimmung im deutschen Team hat die 10 Tage in La Rochelle zu einer tollen Zeit gemacht!
24h-Regatta im Mini 6.50
Anfang Juli hatte ich die tolle Möglichkeit, die 24h-Regatta im Mini 6.50 mit zu segeln. Zusammen mit Uwe Liehr (www.liehr-sailing.com) nahm ich an Bord seiner Super Calin 2 (GER 803) daran teil. Im vergangenen Jahr waren wir bereits einmal zusammen segeln vor Kiel, jetzt stand unsere erste gemeinsame Regatta an. Für mich eine tolle Möglichkeit mehr Erfahrung auf diesem Schiff zu sammeln!
Anders als bei gewöhnlichen Regatten gibt es bei der 24h-Regatta keinen abzusegelnden Kurs, sondern das Ziel ist es, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Seemeilen zusammen zu bekommen, wobei hierfür die Distanzen zwischen ungefähr 20 Häfen im westlichen Teil der Ostsee genutzt werden können.
Am Donnerstag, dem 3.Juli, gingen wir von Wendtorf aus für ein „Training Rund Leuchtturm“ aufs Wasser. Bei 12-18kn Wind machten wir einige Kreuzschläge und einen schönen Raumschotsgang unter Gennaker.
Nach einer Taktikbesprechung machten wir uns am Freitag nachmittag auf den Weg in die Kieler Innenförde zum Starthafen Möltenort. Um 21:00 wurde gestartet. Unser Start war eher mittelmäßig, doch auch wenn die Minis nicht für hohe Am-Wind-Kurse gebaut sind, kamen wir bei 2-3 Windstärken aus NE recht flott aus der Förde hinaus. Nächster Stopp: das 35sm entfernte Spodsbjerg an der Ostküste Langelands. Bei 4-5kn Geschwindigkeit passierten wir im Morgengrauen den Leuchtturm an der Südspitze der Insel. Etwa 5sm vor Spodsbjerg nahm der Wind leider ab auf 4kn und wir hatten eine unerklärliche sich kreuzende Restwelle, sodass wir für einige Zeit überhaupt nicht mehr vorwärts kamen.
Gegen 06:00 endlich angekommen, warfen wir schnell die obligatorische Postkarte in den Briefkasten und hoch ging endlich der Gennaker, Richtung Süden. Als der Wind dann natürlich –anders als vorhergesagt- auf SW blieb, mussten wir das schöne Vorsegel leider wieder bergen und versuchten unter Genua weiter Fahrt nach Süden zu machen.
Sowohl Langeland und Aero, als auch die deutsche Küste im Blick, flaute der Wind leider komplett ab. Die Vorhersage war auch wenig berauschend: 2-3kn aus Süd und Gewitterwarnung. Glücklicherweise baute sich aber dennoch wieder eine schöne Brise auf und wir kamen der Kieler Förde bei herrlichem Sonnenwetter etwa 5 Seemeilen pro Stunde näher.
Das zeitliche Fenster für den Zieldurchgang lag zwischen 18:00 und 20:00, mit Punktabzügen noch bis 20:30. Obwohl wir noch früh dran waren, entschieden wir uns schnell gegen Eckernförde oder Damp als weiteren Stopp und als wir gegen 17:00 zwischen Kiel Leuchtturm und Wendtorf standen auch gegen Strande. Wir wollten lieber versuchen, mit dem restlichen Wind Strecke nach Mönkeberg, dem Zielhafen, gut zu machen.
Aus Süden sahen wir seit einiger Zeit deutlich eine grau-weiße Gewitterwand auf uns zukommen. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis es hier richtig losgehen würde. Vorsichtshalber gingen wir ins 3.Reff und nahmen mit den ersten Gewitterböen auch die Genua runter. Der Selbststeueranlage wollten wir ihren Job auch nicht mehr selbst überlassen. Selbst mit dieser wenigen Segelfläche schossen wir bei dem Versuch vor dem Wind abzulaufen in einer etwa 50kn starken Böe quer. Wir bargen nun auch noch das restliche Groß und trieben –den Wind von achtern- unter Topp und Takel immer noch mit 3kn!
Als der Großteil der Böen durch zu sein schien und das Wasser zwischen Strande und Bülk langsam flacher wurde, gingen wir wieder ins 3.Reff und setzten dazu die Sturmfock. So kamen wir gut voran bis auf die Höhe von Laboe, wo der Wind dann beinahe komplett abflaute. Also wieder Genua hoch, ausreffen und versuchen, jeden Windhauch zu bekommen und schön auszusteuern. Bei 4-5kn Wind aus Süd kreuzten wir nun immerhin mit 3-4kn Fahrt die Förde hinauf. In Lee überholten wir noch eine X99 und konnten auch noch gut den Leuchtturm Friedrichsort passieren, doch 1sm vor der Ziellinie schlief der Wind komplett ein. Spiegelglattes Wasser, kein Windhauch mehr, ein bisschen Strom aus der Förde hinaus. Das Zeitlimit schafften wir so leider nicht mehr.
In Mönkeberg angekommen, fielen wir nach einem kurzen Schnack mit anderen Seglern nach 35h auf den Beinen in einen komatösen Schlaf.
Sonntag morgen ging es bei herrlichen Bedingungen –Sonne und 8-12kn Wind aus SE- unter 80m2 Gennaker-Tuch gen Wendtorf. Bei um die 6kn Fahrt mussten wir viel zu schnell den Gennaker schon wieder bergen.
Ich freue mich schon sehr auf das nächste Mal Mini-Segeln - es waren einfach tolle, sehr erfahrungsreiche und interessante Tage!!!
Flaue Kieler Woche...
Als Vorbereitung für die diesjährige Europe-WM wollte ich die Kieler Woche mitsegeln. Das Segeln beschränkte sich leider auf wenige Stunden. Dafür übernahm das Warten auf Wind überhand. 4 Tage lang Flaute, drehender Wind, Gewitterwarnungen, eine Stunden zur Start-Area dümpeln, sich dort über den Parcours quälen, teilweise Abbruch oder Bahnverkürzung, dann entweder mit den ersten Gewitterböen reinsegeln oder bei absoluter Flaute in den Hafen geschleppt werden,...
Wir schafften 5 der geplanten 12 Wettfahrten. Größtenteils gruselige Wettfahrten mit unvorhersehbaren Drehern und Böen. Am letzten Tag gab es wenigstens zwei mehr oder weniger anständige Läufe, bevor der Wind im dritten Rennen wieder so sehr abnahm, dass man in der Restwelle stand und es ein Treiben und Stampfen ins Ziel wurde.
Meine Endplatzierung lag im Mittelfeld, was ich mir aber auf Grund der Windbedingungen nicht allzu sehr zu Herzen nehme. Solange Wind da war, war mein Speed in Ordnung und das ist mit das Wichtigste.
Am 16. Juli geht es los nach La Rochelle zur Weltmeisterschaft. Vor deren Beginn sollten uns dort noch einige Tage zum Einsegeln auf dem Revier, sowie zum Checken von Wind- und Strömungsbedingungen bleiben.
JEM/WM-Ausscheidung Europe am Steinhuder Meer
Am 24./25.Mai -als fast ganz Deutschland mit Leichtwind gesegnet war- trugen die Europes ihre Jugend-Europameisterschafts- und Weltmeisterschaftsausscheidung am Steinhuder Meer aus. Meine letzte JEM fuhr ich altersbedingt im letzten Jahr, sodass ich mich jetzt lediglich für die WM qualifizieren wollte. Weitere Qualifikationskriterien sind hierfür die aktuelle Rangliste und die Deutsche Meisterschaft vergangenen Oktober.
Neben einem netten Wiedersehen mit vielen Seglern, interessanten Gesprächen, Sonne satt und mehr als genug Mückenstichen kam seglerisch leider nicht viel zusammen. Die Wettfahrtleitung gab sich alle Mühe zwischen leichten, drehenden Winden und Gewitterwarnungen am Samstag eine Wettfahrt zu starten, doch obwohl wir es bis 21:00h mehrmals versuchten, blieben die Versuche leider erfolglos. Sonntag sah es morgens sogar noch besser aus als gedacht, doch schon beim Einsegeln ließ der Wind wieder nach. Wir quälten uns bei 1-5kn aber trotzdem noch über die Bahn. Gerade als ich mich als 8. (von 50) über die Ziellinie schob, wurde der See vollends spiegelglatt und die restlichen Boote hatten alle Mühe noch im Zeitlimit ins Ziel zu kommen.
Die WM, für die ich mich nach diesem Wochenende nun schlussendlich qualifiziert habe, findet vom 18.-26.Juli in La Rochelle (FRA) statt - sicherlich/hoffentlich mit mehr Wind!
Der SCV ist qualifiziert für die 2.Segelbundesliga!
Vom 4.-6.April
fand in Glücksburg die Relegationsregatta der diesjährigen Segelbundesliga statt. 61 Vereine segelten um die Teilnahme an der 1. oder 2. Segelbundesliga, die ersten fünf steigen in die 1.Liga
auf, die darauf folgenden 18 segeln in dieser Saison in der 2.Liga. Für den SCV gingen Dirk Strelow, Christopher Gelsdorf, Stefan Böhm und ich an den Start.
Da die Wettfahrten mit einer durchschnittlichen Dauer von 15 Minuten sehr kurz waren und alle Vereine ihre besten Segler geschickt hatten, waren selbst kleinste Fehler innerhalb einer Wettfahrt unverzeihlich. Gesegelt wurde im Wechsel auf J70 in einem 6 Boote starken Fleet und auf J80 in einem 8 Boote starken Fleet. Mit einem ausgeklügelten Pairingsystem und 14 Shuttle-Motorbooten wurden die etwa 600 Crewwechsel direkt auf dem Wasser durchgeführt.
Am Freitag herrschten 6-7 Windstärken, sodass der erste Start auf den frühen Abend verschoben wurde. Auf Grund des auch zu dieser Uhrzeit immer noch starken Windes wurden die ersten Wettfahrten ohne Gennaker gefahren. In der letzten Tageswettfahrt durften wir ihn dann aber doch endlich wieder setzen. Mit zwei Plätzen im Mittelfeld gelang uns ein mittelmäßiger Start in die Regatta.
Am folgenden Tag jedoch platzierten wir uns in drei Wettfahrten im vorderen Mittelfeld und fuhren zwei Laufsiege, wodurch wir uns am Ende des zweiten Tages knapp auf den Plätzen der 2.Liga halten konnten.
Einen vorletzten Platz in einer der drei Wettfahrten am letzten Tag konnten wir in unserer 10. Wettfahrt zwar wieder mit einem 2.Platz ausgleichen, doch damit war noch lange nicht sicher, ob wir es wirklich in die 2.Liga geschafft hatten. Es blieb abzuwarten, wie sich die Vereine um uns herum in den letzten Rennen schlagen würden. Erst als bei der Siegerehrung die qualifizierten Vereine vorgelesen wurden, wussten wir sicher: der SCV hat es in die 2.Segelbundesliga geschafft!
Mit einem 23.Gesamtrang bei der Relegation liegen wir zwar momentan auf Platz 18 in der 2.Segelbundesliga, aber das soll sich bei den kommenden Regatten ändern! Die Regatten der 2.Segelbundesliga werden in der Einheitsklasse B/One gesegelt. In Glücksburg hatten wir bereits Gelegenheit, dieses Boot auszuprobieren.
Bei unserem -verglichen mit anderen Vereinen- kleinen Trainingsaufwand können wir alle sehr zufrieden sein mit dem Ergebnis der Relegation. Wir haben die Relegationsregatta als ein spannendes, einzigartiges und von Seiten des DHH perfekt organisiertes Event empfunden, haben sowohl auf dem Wasser als auch an Land viel Spaß gehabt und freuen uns, dass der SCV in dieser Saison bei der Segelbundesliga dabei sein wird.
Opti-Rekord-Regatta am Gardasee in der YACHT 7/2014
In der Ausgabe 7/2014 der YACHT ist mit dabei ein Artikel von mir über die "Gardasee-Regatta der Rekorde", das Lake Garda Meeting der Optis. Viel Spaß beim Lesen ;-)
Perfekter Saisonbeginn in Bandol (FRA)
Mein Studium hat mich während der Wintermonate leider viel zu lange vom Segeln abgehalten, doch Anfang März ging es nun endlich wieder aufs Wasser und die diesjährige Segelsaison konnte beginnen.
Vom 02.-07.März trainierte ich im südfranzösischen Bandol am Mittelmeer. In meinem Bruder hatte ich –bis dieser nach drei Segeltagen wieder zurück fahren musste- einen idealen Sparringpartner. In den Tagen danach konzentrierte ich mich dann vor allem auf das Feintuning von Bootsabläufen und Wellentechnik.
Die Bucht von Bandol ist ein wunderbares Segelrevier. Es gibt keine gerade Küstenlinie, sondern eine vorgelagerte Insel und bergiges Hinterland, was die Windeigenschaften immer wieder interessant machte.
An den ersten beiden Tagen mussten wir uns bei 4-6 Windstärken durch die (durchaus beachtlichen) Wellen kämpfen, beziehungsweise konnten Vorwind auf ihnen hinunter surfen. Am dritten Tagen waren es mittlerweile sicherlich 6-8Bft, die über Südfrankreich hinweg fegten, sodass wir ohne Begleitboot lieber einen Landtag einlegten. Diese Segelpause konnte ich dafür nutzen, eine tolle Wanderung in die Calanques de Cassis zu unternehmen – wirklich eindrucksvoll!
Obwohl für die verbleibenden 3 Tage eher schwache Winde angesagt waren, konnte ich mich jeden Tag an Seewind vom Feinsten erfreuen. Morgens konnte man es ruhig noch etwas langsamer angehen lassen und ab dem späten Nachmittag waren beste Segelbedingungen anzutreffen: 3-4Bft, Welle sobald man ein kleines Stück aus der Bucht rausfuhr, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und etwa 20°C,…
Kurzum: es waren klasse Trainingstage bei traumhaften Bedingungen!
IDM 2013 der Europes in Neustadt
Vom 02.-06.Oktober fand die Internationale Deutsche Meisterschaft 2013 in Neustadt in der Ancora-Marina statt. Der SC RHE hatte sich mit der Marina zusammengetan und in schönem und gemütlichem Rahmen die diesjährige Deutsche Meisterschaft ausgerichtet.
Bei den Damen gingen 25 Teilnehmer an den Start, bei den Herren 38 und bei den Masters 18. Die Kontrollvermessung verlief reibungslos und am Vorabend des ersten Starts fand noch die Jahreshauptversammlung der Deutschen Europe-KV statt, nachdem die Meisterschaft offiziell eröffnet war.
Die Bedingungen an den ersten beiden Tagen waren sehr fordernd: niedrige Temperaturen (die vor allem die Wartezeit zwischen den Wettfahrten endlos erscheinen ließen), viel Wind und hohe Wellen. Donnerstag wurden bei schönstem Sonnenschein drei Wettfahrten bei 5-6 Windstärken gesegelt, sodass es am Ende des Tages wahrscheinlich kaum jemanden gab, der nicht gekentert war... Mein Start in die Meisterschaft war mit einem 2.Platz perfekt, doch im zweiten Rennen riss mir eine Bö die Schot auf dem Vorwindkurs buchstäblich aus der Hand und ich kenterte. Im dritten Lauf ärgerte ich mich maßlos, da ich als erste oben an der Luvtonne ankam, dann aber beim Abfallen eine Welle komplett in mein Schiff bekam und somit auf dem gesamten Vorwindkurs im Vergleich zu den anderen nicht vorwärts kam. Mit über hundert Litern Wasser im Schiff fährt es sich halt nicht so gut... Daher waren nur noch die Platzierungen 10 und 9 drin.
Am Freitag hielt uns eine Sturmwarnung des DWD den Vormittag über im Hafen fest, doch mittags hatte der Wind auf etwa 5 Beaufort abgenommen und wir schafften drei weitere Wettfahrten, wobei bei der letzten schon deutlich weniger Wind war. Mit zwei 9. Plätzen war ich ganz und gar nicht zufrieden, doch ein 2.Platz im letzten Rennen des Tages ließ mich mit guter Laune an Land fahren.
Diese zwei Tage hatten es eindeutig in sich: an vielen Booten wurde gebastelt, auffallend viele Mastfüße hatten sich verabschiedet und die meisten Segler freuten sich auf den angekündigten leichteren Wind an den kommenden Tagen. Doch so wenig hätte es dann auch nicht sein müssen! Nur noch 2-3 Beaufort, böig und drehend. Die Wettfahrtleitung versuchte das Beste draus zu machen und hatte uns auch recht bald auf der Bahn. Bei den Damen drehte der Wind auf der Startkreuz allerdings um 40° nach rechts, sodass nach einer durchgewürfelten Kreuz der Vorwind- zum Raumschotskurs und der letzte Raumschotskurs zum Amwindkurs wurde... Natürlich war ich auf der Startkreuz auf der linken Seite und durfte somit das Feld erstmal wieder von ganz hinten aufrollen. Dafür war ein 15.Platz gar nicht mal so schlecht ;-) Bei diesen weder einfachen, noch richtig fairen Bedingungen wurde das zweite Rennen dann aus dem gleichen Grund abgebrochen (natürlich war ich in dieser Wettfahrt bis zum Abbruch vorne mit dabei...) und es ging recht früh zurück in den Hafen. Der Tag fand im Rahmen des Sailors Dinners beim Essen und später auf der Tanzfläche einen schönen und lustigen Abschluss!
Am Sonntag regte sich leider kaum noch ein Lüftchen. Wir segelten zwar raus, doch nach einem Startversuch und einigen Wartens auf dem Wasser wurde abgebrochen und wir dümpelten (bzw. wurden geschleppt) wieder zurück in den Hafen.
Nach sieben Wettfahrten standen die Platzierungen nun fest: Janika Puls (GER99) wurde Deutsche Meisterin bei den Damen. Den zweiten Platz belegte Tania Tammling (GER18), den dritten Platz Mareike Siefker (GER80). Deutscher Meister bei den Herren wurde Fabian Kirchhoff (GER1713), gefolt von Sverre Reinke (GER14) auf Platz zwei und Peter Niklas Nagel (GER81) auf Platz drei. Bei den Masters gewann Harald Böhler (GER1683).
Ich wurde insgesamt 7. Mit dieser Platzierung bin ich zwar nicht wirklich zufrieden, habe aber an den beiden richtigen Wettfahrttagen gemerkt, dass ich ganz vorne mitfahren kann. Voraussichtlich war dies für diese Saison meine letzte große Regatta, da ich mich nun für die kommenden vier Monate wieder voll und ganz meinem Studium widmen muss...!
Ende September quer über die Ostsee
Rücküberführung der Haspa Hamburg von St.Petersburg über Simrishamn/Schweden nach Kiel
Mit einer auf 7 Leute dezimierten Crew traten wir am 21.09. die Rücküberführung der Haspa an. Nachdem wir eine gefühlte Ewigkeit auf den Lotsen und das Ausklarieren warten mussten, konnte es am Nachmittag bei ordentlichem Wind aus NW losgehen. Es wurde diesmal –anders als bei der Hintour- eine sehr kalte Fahrt. Dem Nordwind sei Dank. Alle Lagen Thermounterwäsche und Fleece konnten vor allem nachts wenig gegen die eisige Kälte ausrichten. Phantasien von einem warmen Whirlpool kamen auf… Dafür kamen wir unglaublich schnell voran: in 48h schafften wir 500sm! Schönstes Segeln mit hohen Geschwindigkeiten. Blöderweise riss uns in einer 30kn-Bö der A5 direkt unterhalb des Kopfes, sodass es für die verbleibenden Meilen in Richtung Südschweden etwas langsamer voran ging. Am Abend des 23.09. verließ uns der Wind leider. Auch mit A5 wären wir also nicht viel schneller gewesen ;-) Unter Motor ging es weiter durch die Nacht, bis wir um 6:00 morgens in Simrishamn (SWE) festmachten.
In der Morgendämmerung machten wir noch in Ölzeug einen ersten Spaziergang durch den Ort und suchten uns einen Bäcker. Zusammen mit Christian und Malte machte ich mich anschließend auf die Suche nach einer warmen Dusche. Wir wurden nicht enttäuscht. Mein erster Schweden-Besuch fing also gut an. Wir verbrachten einen schönen sonnigen (!) Tag in dem netten Ort und während die anderen sich nachmittags hinlegten, machte ich noch einen Spaziergang zum Strand und suchte anschließend das Internet auf, um mich auf meinen Uniwechsel vorzubereiten: nach Lüttich wird es vorerst gehen.
Gegen 19:00 machten wir abends die Leinen wieder los, ein letzter Endspurt nach Kiel war angesagt. Es wurde noch einmal eine schöne Nachtfahrt, während der ich meine erste Baustelle auf See sah (beziehungsweise: man sah auf dem AIS Unmengen an Schlepper und auf dem Wasser zahlreiche schwer zu definierende Lichter), und ein toller sonniger Segeltag. Am frühen Abend fuhren wir die Kieler Förde hinauf und machten wenige Zeit später glücklich im British Kiel Yacht Club fest.
2.Platz beim Nordstream Race mit der Haspa Hamburg
Am 15.September um 12:00 war es soweit: Der Startschuss für die ORC-Schiffe des Nordstream Races 2013 fiel auf der Flensburger Förde. Fünf Schiffe gingen –begleitet von diversen Pressebooten und einem Hubschrauber- über die Startlinie, neben der Haspa Hamburg waren die teilnehmenden Yachten Outsider, Nordic Falcon, Blagodarnost und UCA. Fünf weitere Yachten, Swan 60s, starteten am darauffolgenden Tag in einer eigenen Klassenwertung. Die elfköpfige Crew der Haspa bestand aus Georg (Skipper), Caroline, Jan, Uwe, Frank, Gabi, Henrike, Christian, Malte, André und mir. Wir kamen gut vom Start weg und rundeten als dritte die Luvtonne, bevor es unter Gennaker raus aus der Förde ging. Ziel: St.Petersburg. Die Wettfahrtleitung hatte etwa 20 Bahnmarken festgelegt, sodass über die gesamte Strecke recht wenig taktischer Spielraum blieb. Dennoch konnte man schon früh erkennen, dass der bleibende Raum unterschiedlich genutzt wurde. Die Outsider preschte mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten dahin, kaum eine Chance, dran zu bleiben. Schlussendlich hatten wir bei ihrem Zieldurchgang noch 100sm zu segeln.
Doch erst einmal mussten wir noch in der Flensburger Förde eine 30kn-Front abwettern, der Gennaker war rechtzeitig unten, anschließend konnte es unter A3 bei etwa 12-16kn Wind weitergehen. Wir hakten eine Bahnmarke nach der anderen ab und fuhren Spitzengeschwindigkeiten von 16kn. Um wieder genug Höhe zu bekommen, setzten wir für kurze Zeit die Jiptop, später ging wieder der A5 hoch und wir passierten am Abend Fehmarn. Nach und nach fanden wir in den Wachrhythmus rein, zwei Wachen à 4 Leute in der einen und à 5 Leute in der anderen, alle 4 Stunden wird gewechselt, Skipper und Navigator sind wachfrei.
Die erste Nacht auf See wurde anstrengend. Es war nass, regnete, kein einziger Stern zeigte sich. Mit einem Reff im Groß und unter A5 erreichten wir um 10:00 am Montag morgen die Südspitze Bornholms. Die Laune war gut, der Zuckerspiegel wurde mit viel zu vielen Snacks, Schokolade und gefriergetrocknetem Tüten-Essen konstant gehalten. Derweil rauschten wir mit Wind und Wellen von achtern mit maximal (24!) kn gen Gotland. Es waren tolle Surfs die Wellen runter! Ein unbeschreibliches Gefühl wenn man am Steuer steht und plötzlich das Gefühl hat, dass diese Welle richtig gut wird – und das Schiff dann losfährt. Die Wellentäler mit „nur“ noch 12kn Fahrt empfindet man dann wirklich als Stehenbleiben. Luxusprobleme.
Es blieb weiterhin grau und nass, aber glücklicherweise lange nicht so kalt wie befürchtet. Wir schafften es, in 24 Stunden 7 Segelwechsel zu veranstalten, natürlich immer zur größten Freude derer, die unter Deck den gerade geborgenen Gennaker packen mussten… Das Tageshighlight: ein Nachmittag unter vollem Groß und A5, mit Musik und für etwa einer Stunde der gesamten Crew an Deck. Unter G4 und im ersten Reff ging es dann entlang der litauischen, später der estnischen Küste, in die Nacht hinein. Für die Nachtwache gab es einen enormen emotionalen Kick: laut Racetracker lagen wir auf Platz 2! Nachdem wir die UCA überholt hatten, erfuhren wir einige Zeit später, dass sie das Rennen auf Grund von Elektrikproblemen aufgeben musste.
Der Wind kam inzwischen mit 20kn aus 105°, wir mussten also kreuzen. Die Gennaker liegen alle wieder gepackt im Vorschiff, jetzt wird jede Meile erkämpft, auf Höhe gesegelt und unter Deck wird jede banale Bewegung zur riesigen Akrobatik-Aktion. Nachts gelang es uns, die russische Blagodarnost in Lee zu überholen. Hoch motiviert, dieses Rennen weiterhin so gut wie möglich zu fahren, ging die nasse Kreuz durch den Finnischen Meerbusen weiter. Wir meisterten zahlreiche Wendemanöver, passierten viele –teilweise unbeleuchtete- Bahnmarken und wichen Sperrgebieten sowie Verkehrstrennungsgebieten aus. Die letzten Stunden zogen sich ewig hin, St.Petersburg schien oft schon so nah zu sein, doch beim Kreuzen muss man ja bekanntermaßen die doppelte Strecke zurücklegen…
Um 13:29:14 lokaler Zeit erreichten wir dann am Donnerstag, den 19.09., nach 933sm als zweites Schiff das Ziel des Nord Stream Races! Die letzten Meilen der Zielkreuz begleiteten uns gleich drei Schnellboote mit diversen Kameras, wow! Die Öffentlichkeitsarbeit bei dieser Regatta war schon seit Flensburg unglaublich groß, war uns teilweise schon etwas viel und auf jeden Fall ungewohnt. Aber es entstanden tolle Fotos von der Haspa und ihrer Crew. An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich dem St.Petersburg Yacht Club danken, der diese Fotos netterweise zur Verfügung stellt!
Nachdem wir einklariert haben und unsere Pässe von sehr freundlichen Russen kontrolliert worden sind, ging es mit einem Lotsen an Bord durch den Kanal in Richtung St. Petersburg City. Das Schiff wurde während der Kanalfahrt schon einmal ordentlich aufklariert und geputzt, sodass wir uns anschließend vollkommen dem Ufer auf den letzten Meilen und unserem Ankommen widmen konnten. Je näher wir der Stadt kamen, desto majestätischer und größer wurde alles. Qualmende Fabriken und verfallene Lagerhallen, verrostete Hubschrauber und U-Boote wichen langsam patriarchischen Häusern, goldenen Kuppeln und Brücken. Wir wurden sehr herzlich am British Embarkment Quai empfangen genommen und mit Kuchen, russischem Bier und natürlich Wodka willkommen geheißen.
Da vom Steg aus leider weit und breit keine Sanitäranlagen zu erreichen waren, beschlossen wir kurzfristig in ein Hotel zu gehen. Eine heiße Dusche lag auch mir sehr am Herzen. In den kommenden Tagen guckten wir uns St.Petersburg an. Die ehemalige Zarenstadt ist wirklich umwerfend: breite Straßen, prächtige Häuser und Paläste, der von vielen Brücken überspannte Fluss Neva, freundliche Menschen und ein Nachtleben, dass sich auf jeden Fall lohnt, entdeckt zu werden! Sowohl das Galadinner der Regatta, als auch die Siegerehrung fanden in einem sehr feierlichen Rahmen statt. Sieger in der ORC-Wertung wurde Outsider, herzlichen Glückwunsch noch einmal! Den dritten Platz belegte das luxemburgische Schiff Nordic Falcon. Neben der UCA musste leider auch Blagodarnost die Regatta aufgeben, da ihnen 30sm vor dem Ziel das Vorstag gebrochen war. Bei den Swan 60s, die erst am frühen Samstag morgen angekommen waren, da sie durchgängig wenig Wind hatten, gewann das britische Team.
Ich bin sehr froh, dass ich an dieser bestens organisierten Regatta teilnehmen konnte und mit einem genialen Schiff und einer tollen Crew weitere wertvolle Erfahrungen in der Offshore-Regattaszene sammeln konnte!
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LJM Schleswig-Holstein der Europes in Kiel
Bevor die Landesjugendmeisterschaft Schleswig-Holstein am 31.08. in Kiel-Schilksee startete, ging ich mit zusammen mit meinem Bruder Jan und Niklas aus Hamburg am Freitag ein paar Stunden auf der Außenförde segeln. Auf dem Kurs Schilksee-Rund Leuchtturm-Schilksee konnten wir bei tollen 4 Windstärken und zunehmender Welle etwa eine Stunde auf Vorwindkurs zum Leuchtturm rauschen. Dort entstanden bei auffrischendem Wind ein paar schöne Videos und Fotos. Nur das anschließende Reinkreuzen zog sich leider ein wenig in die Länge, da der Wind zeitweise auf laue 2 Beaufort abgenommen hatte...
Nicht so an de folgenden zwei Regattatagen: wir hatten durchweg tolle Bedingungen mit Samstags 5 Beaufort, Sonntags eher 5-6. Ausgepowert aber zufrieden kam ich Samstag abend nach 3 Läufen wieder an Land, am Tag darauf entschied sich die Wettfahrtleitung nach nur einer Wettfahrt (bei der die ersten 7 innerhalb einer Minute ins Ziel kamen!), uns in den Hafen zu schicken, da eine weitere Front 7-8 Windstärken versprach. Die erwischte uns dann genau beim Reinsegeln...
Bei 26 Teilnehmern gelang mir insgesamt ein 5.Platz, mit dem ich bei diesen Starkwindbedingungen sehr zufrieden bin! Gewonnen hat die Regatta bei den Europes Sverre Reinke. Ein wirklich tolles Wochenende!
Jugend-Europameisterschaft in Brest
Vom 16.-22.Juli fand vor Brest, in der Rade de Brest, die Jugend-Europameisterschaft statt. 44 Mädchen und 75 Jungen aus 11 Nationen gingen an den Start. Das deutsche Team war mit 12 Teilnehmern (6 Jungen und 6 Mädchen) dabei.
Wir kamen Sonntag abend am direkt neben dem Océanopolis gelegenen Segelclub an und bauten am Tag darauf in Ruhe unsere Schiffe auf. Zusammen mit den Belgiern segelten wir uns am Montag bei leider sehr wenig Wind ein, testen schon einmal, was es heißt, bei starkem Strom zu segeln und fuhren gegen die Norweger ein paar Proberennen. Für Dienstag mittag waren wir mit der Vermessung dran. Im Vergleich zu anderen Events ging diese sehr entspannt und zügig voran, sodass fast das komplette deutsche Team am späten Nachmittag noch einmal auf dem Wasser war. Auch am kommenden Tag fuhren wir noch einmal raus, machten neue Speed-Tests, Seitentests und machten uns weiter mit Revier und Strömung vertraut. Mittwoch abend fand die Eröffnungsfeier statt, es wurden unzählige Teamfotos gemacht und es sprachen der Bürgermeister von Brest, der Clubvorsitzende und Paul Deporter.
Nachdem das Startschiff und der Kurs am ersten Tag erst recht spät ausgelegt wurden, segelten wir nach kurzer Startverschiebung 2 Wettfahrten bei 3-4 Beaufort. Bei ähnlichen Bedingungen, nur mit etwas konstanterem Wind gingen am nächsten Tag ebenfalls zwei Wettfahrten über die Bühne. Da der Strom anfangs noch gegen den Wind stand, brauchten die Jungen allerdings einige Startversuche... Die Bedingungen waren durch Strom, Winddreher und Böen alles andere als einfach. Am dritten Wettfahrttag wurden drei Läufe angesetzt, da für die kommenden Tage sehr wenig Wind angesagt ist. Während wir bereits durchs Ziel und auf dem Weg in den Hafen waren, befanden sich die Jungen noch auf dem Kurs als sich eine Gewitterwand der Bucht näherte. Der Wind schlief komplett ein und drehte um 180°, sodass der Vorwind zur Kreuz und die Zielkreuz zum Vorwindzieleinlauf wurde... Einige Proteste gegen die Wettfahrtleitung liefen aber ins Leere.
Der vierte und fünfte Tag begann jeweils mit Startverschiebung, die Bucht von Brest präsentierte sich spiegelglatt. Gegen 15:00 setzte sich jedoch etwas Wind durch und wir schafften einen Lauf. Für mich leider ein BFD. Da der Strom mittlerweile gekippt war, wurde der Start noch schwieriger als er eh schon war und die Jungen wurden nach sechs Startversuchen in der Hafen geschickt. Zur großen Verwunderung sollten nun die Mädchen starten. Erstaunlicher Weise frischte der Wind auch tatsächlich noch einmal auf und wir schafften nach zwei Startversuchen noch eine Wettfahrt bei 4 Windstärken. Auch am kommenden Wettfahrttag, dem letzten dieser JEM, kam der Wind erst recht spät, doch beide Gruppen fuhren noch ein Rennen. Bei den Jungen wurde noch überlegt einen weiteren Lauf zu starten, da sie ja die 10 Wettfahrten noch nicht voll hatten, doch dafür war es schon zu spät geworden, die Zeit der letzten Startmöglichkeit war überschritten.
Ich landete schlussendlich auf Platz 18 und wurde damit zweitbestes deutsches Mädchen.
Jugend-Europameisterin wurde Trine Bentzen (Dänemark), den zweiten Platz erreichte Julia Toroi (Finnland), den dritten Marie Kristine Mauritzen (Dänemark). Den Jugend-Europameistertitel erlangte Lars Brodkorb (Norwegen), der vor Frederik Rask (Dänemark) und Havard Fjon (Norwegen) siegte.
Fastnet-Qualifier auf der Haspa: Fyn-Rund in 24h
Für das Fastnet Race im August stand nun das Qualifier an. Beide Schiffe des HVS, die Haspa Hamburg und die Norddeutsche Vermögen Hamburg, hatten sich für das Wochenende 15./16.Juni eine Strecke von Kiel Rund Fyn und zurück nach Kiel vorgenommen.
Nachdem für mich in Brüssel die letzte Klausur geschrieben war, ging es am Freitag nachmittag direkt nach Kiel. Vom British Kiel Yacht Club aus legten beide Schiffe gegen 01:00 am Samstag morgen ab. Beide Crews bestanden zu einem Großteil aus den Teilnehmern des Fastnet Races.
Bei Flaute motorten wir die Kieler Förde hinaus. Nachdem wir um 02:00 mit dem Wachsystem begonnen hatten, wurden auf Höhe des Kieler Leuchtturms bei etwa 5kn Wind Segel gesetzt. Nach einem einstündigen Power-Schlaf wieder recht fit, begann um 04:00 meine Wache, auch wenn ich wegen der Helligkeit draußen anfangs überzeugt war, dass es schon 06:00 sein musste ;-) Bei nun 10kn Wind ließen wir Langeland an backbord liegen, setzten später den Gennaker und rauschten den Vormittag über bei herrlichstem Wetter mit 12-15kn Speed nördlich von Fyn entlang.
Der Wind nahm weiter zu, wir gingen höher an den Wind ran, wechselten auf der Höhe von Fredericia auf die Genau 4,5 und gingen ins erste Reff. In der Landabdeckung nahm der Wind wieder ab, sodass wir -nun bei Regen- die Brücke im Kleinen Belt beinahe zweimal durchquerten, da uns der Strom etwas zurücksetzte.
Als eine dunkle Wolkenmasse näherte sich sehr schnell eine Gewitterfront mit 40kn Wind. Diese hatte auf jeden Fall ein gutes: der Wind drehte nach ihrem Durchzug von SE auf SW, sodass wir den Abend über Halbwind den Kleinen Belt entlang rauschen konnten.
Viel schneller als ursprünglich gedacht, näherten wir uns Kiel und nach nur 24 Stunden passierten wir gegen Mitternacht den Leuchtturm. Kurz nach uns machte auch die NV Hamburg -mit der wir beinahe die ganze Strecke über Sichtkontakt hatten- wieder im BKYC fest und wir tranken noch ein Anlegebier. Die Logge zeigte 222 sm.
Der Sonntag wurde nun komplett dem Aufklaren, Großreinschiff machen, Segel legen, ein- und ausstauen und Schiff nach Stickenhörn verholen gewidmet.
Ein rundum gelungener Qualifier-Törn! :-)
Vier Tage tollstes Segeln in Eckernförde!
-> 4.Platz beim "Eckernförder Eichhörnchen"
Mit einem Feiertag in NRW bot es sich an, bereits am Mittwoch nachmittag loszufahren in Richtung Eckernförde. So konnte ich vor der Regatta, dem "Eckernförder Eichhörnchen", noch zwei volle Tage segeln gehen.
Bei perfekten Bedingungen mit 4 Beaufort Wind aus NE, kleiner Welle, strahlend blauem Himmel und Sonne trainierte ich mit meinem Bruder Jan in der Eckernförder Bucht. Schlichtweg ein toller Tag! Und der erste Tag diesen Jahres im Neoprenanzug und nicht mehr im Troko ;-)
Abends kam Niklas aus Hamburg an, sodass wir am folgenden Tag zu dritt aufs Wasser gingen und lange Schläge angleichen konnten. Jetzt hatten wir auch die Windrichtung, die die Regatta über herrschen sollte: ablandiger Wind mit ordentlichen Drehern unter Land.
Dass ich mal wieder in Eckernförde war, nutzte ich auch, um Martti wieder zu sehen. Er war auch bei HSHS dabei und seitdem sehen wir uns fast jedes Jahr beim "Eckernförder Eichhörnchen". Ein sehr netter Abend!
Mit bereits aufgebauten Booten konnten wir den ersten Regattatag entspannt angehen. Die Regatta, die vom SCE ausgetragen wird, fand im diesjährigen Jubiläumsjahr erstmalig nicht nur für Optis und Europes, sonder auch für die 29er statt. Die 32 Europes waren mit Opti-A auf einer Bahn. Nach zwei allgemeinen Rückrufen gelang dann auch der erste Start der Optis und gegen 14:30 konnten wir starten. Bei ablandigen 2-3 Bft kein reines Vergnügen... Da die Luvtonne direkt unter Land lag, kam es leider oft zu unvorhersehbaren Drehern.
Langsam pendelte sich der Wind aber ein und nahm für den dritten und vierten Lauf noch einmal ordentlich zu. Da allerdings auch wir beim vierten Lauf einmal einen zweiten Startversuch brauchten, entstand an der Leetone ein riesiges Chaos, als sowohl Optis, als auch Europes die Tonne runden wollten... Mit den Platzierungen 13, 8, 6, 7 und einem Streicher landete ich nach diesem Tag auf Platz 7.
Der Sonntag brachte wie angekündigt recht stürmisches Wetter mit etwa 5 Windstärken, in einigen Böen sicherlich auch mal 6. Für die Landcrews wurde es also etwas ungemütlicher, für uns Segler standen noch einmal zwei anspruchsvolle Wettfahrten an. Im ersten Lauf lief es bei mir nach einem guten Start richtig gut und ich schaffte einen 5.Platz. Im zweiten Lauf verschaffte mir die Seitenwahl auf der zweiten Kreuz leider einen 11.Platz. Auch dieser vierte Segeltag hat noch einmal unheimlich viel Spaß gemacht!
Für mich selbst ein bisschen überraschend landete ich schlussendlich auf dem 4.Platz :-) Gewonnen hat die Regatta in der Europe Sverre Reinke, Zweiter wurde Martin Kotte und Dritter Moritz Brückner.
Für mich gingen mit einer sehr sympathischen Siegerehrung vier tolle Segeltage zu Ende. Die Organisation der Regatta war wie immer bestens, man fühlte sich willkommen und den Stellplatz direkt am Meer konnte bisher noch kein anderer Regatta-Veranstalter toppen!
Gardasee 2013 - Torbole Meeting und Garda-Camp
Vom 23.-25. März zog es dieses Jahr 94 Europe-Segler aus Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, der Tschechischen Republik, Belgien, Frankreich, Österreich und Deutschland zum 15. Torbole Meeting an den Gardasee. Aus Deutschland gingen 15 Segler an den Start.
Zum Leidwesen aller Segler, Trainer und Begleiter zeigte sich das Wetter in Norditalien noch wenig frühlingshaft, sodass es auch der thermische Wind, für den der Gardasee so bekannt ist, oft schwer hatte, sich durchzusetzen. An unseren drei Regattatagen hatten wir jedoch großes Glück mit dem Wind und konnten jeden Tag drei Wettfahrten unter fairen Bedingungen segeln.
Am Samstag wurde bei etwa 4 Windstärken aus Süd gesegelt, zum Schluss nahm der Wind sogar noch ein bisschen mehr zu. Wir segelten in zwei Gruppen, eingeteilt in blau und gelb. Mit den Plätzen 26, 25 und 13 ging ich abends zufrieden vom Wasser.
Am darauf folgenden Tag sah es zunächst etwas schwierig aus, der Wind kam aus Nord, war sehr drehend und böig und schien kurz vor dem Start komplett
einzubrechen. Schon kurze Zeit später stabilisierte er sich jedoch und wir konnten bei 4-5 Beaufort unsere Tageswettfahrten segeln. Leider im Regen. Nach einem 20.Platz handelte ich mir im
zweiten Lauf leider ein BFD ein und auch der dritte Lauf war nicht nur von Erfolg gekrönt, da ich kurz vor dem Ziel in einen riesigen Pulk gelangte und nur noch stand...
Am Montag schien es anfangs so, als ob wir gar keinen Lauf mehr zu Stande bekommen würden. Der am Vormittag herrschende sehr leichte Nordwind brach
gegen Mittag komplett zusammen, wir dümpelten auf dem See herum, plötzlich drehte der Wind auf West, dann pendelte er sich zum großen Erstaunen der meisten aus Süd kommend ein und legte noch
einmal ordentlich zu, sodass wir bei guten 5 Windstärken unsere drei letzten Wettfahrten austragen konnten. Mit drei weiteren Plätzen um die 25 war ich bei diesen Windverhältnissen und dem
ziemlich starken Feld durchaus zufrieden mit dem Tag. Nach 9 Wettfahrten landete ich auf dem 53. Platz. Das ein oder andere hätte besser laufen können während der Regatta, aber es war auf alle
Fälle schon einmal ein guter Start in die Saison!
Nachmittags fand eine sehr stimmungsvolle, wenn auch vom Regen und der Kälte etwas ungemütlich gestaltete, Siegerehrung auf der Terasse des Clubs Circolo Vela Torbole statt. Der Vorsitzende des Clubs und Paul Deporter sprachen und wiesen beide darauf hin, dass der Segelclub im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag feiere und dass man dies als Anlass nehmend wieder ein stärkeres Europe-Teilnahmerfeld aufs Wasser bringen solle.
Sicherlich sehr außergewöhnlich war die Vergabe der Pokale durch zwei Carabinieri, denen man auf diese Weise danken wollte für ihre wichtige Sicherungsarbeit auf dem Wasser während den Europe-Regatten in den vergangenen Jahren. Seit Anfang diesen Jahres haben sie auf Grund von Sparmaßnahmen der italienischen Regierung kein Polizeiboot mehr.
Mit einer sehr starken Performance gewann der Norweger Lars Johan Brodtkorb die Regatta. Zweiter wurde Sylvain Notonier aus Frankreich, Dritter Mathias Livbjerg aus Dänemark. Beste bei den Damen -und damit auch beste Deutsche insgesamt- wurde Stine Paeper (GER 82). Weitere Deutsche waren Lukas Busskamp (GER 1443) auf Platz 26 und Mareike Siefker (GER 80) auf Platz 30, die gleichzeitig den 5. Platz in der Damenwertung belegte.
Nach einem Lay-Day ging das Trainingscamp los. Da wir dieses Jahr leider nicht genug Teilnehmer für eine deutsche Trainingsgruppe zusammen bekommen haben, beschlossen wir, uns dem internationalen Garda-Camp der Dänen anzuschließen. Fünf deutsche Segler bekamen so die Gelegenheit mit etwa 50 Seglern aus Dänemark, Schweden und Norwegen zu segeln. Während der vier Trainingstage haben wir sowohl von den zwei dänischen Trainern, als auch von erfahrenen dänischen Top-Seglern viel dazu gelernt, teilweise mehr technische Basisinformationen bekommen und vieles aus anderen Perspektiven gehört. Dazu kam, dass das Trainingsmodell komplett neu war: 2 Trainer, 55 Segler, 5 Motorboote. Eingeteilt in 6 Gruppen, setzten wir uns beim morgendlichen Briefing Tagesschwerpunkte und besprachen deren Umsetzung oder Probleme beim abendlichen "Debriefing". Die Trainer und der ein oder andere Top-Segler gingen währenddessen herum um ein bisschen Input und Tipps zu geben. Gesegelt wurde fast immer in der kompletten großen Gruppe. Manchmal ging es auf dem Wasser etwas chaotisch zu, die Starts haben eindeutig noch Verbesserungspotential und manche Übung war wegen des leichteren und drehenden Windes mit so einem großen Feld schwierig durchführbar, aber es war super mit so vielen Europes die ganze Zeit über regattamäßige Bedingungen zu haben!
Über die Tage verteilt wurde außerdem der "Garda-Cup" ausgesegelt. Wir schafften drei Wettfahrten, die bei unterschiedlichsten Wind- und Wetterbedingungen durchgeführt wurden. Bei der Abschlussbesprechung am Nachmittag des letzten Segeltages fand daher auch eine kleine Siegerehrung statt. Bei den Männern stand erneut der Norweger Lars Johan Brodtkorb ganz oben auf dem Treppchen. Bei den Damen gewann Mareike Siefker. Ich landete auf Platz zwei. Passend zur Osterzeit waren die Preise Schoko-Osterhasen und für die Gewinner ein riesiges Schoko-Osterei :-)
Nachdem Training und Regatta offiziell vorbei waren, ging ich am Ostersonntag noch einmal alleine aufs Wasser. Es schien unglaublicher Weise sogar die Sonne. Die richtige Ora, wegen der ich eigentlich noch einmal aufs Wasser gegangen bin, ließ leider auf sich warten. Erst als die Boote später schon eingepackt und aufgeladen waren, legte sie los. Ich hatte trotzdem noch zwei schöne "Abschluss-Segelstunden" auf dem Gardasse und segelte bei angenehmen 2-3 Windstärken an dem 1200-Optis großen Regattafeld vorbei, für die Optis die größte Regatta der Welt!
Nach 11 Tagen in Torbole hieß es nun für uns wieder durch den Schnee in den Alpen zurück nach Deutschland zu fahren. Es waren tolle Segeltage am
Gardasee, auch wenn das Wetter sich fast ausschließlich von seiner miesesten Seite gezeigt hat...!
Training in Brouwersdam/NL
Am Wochenende des 16./17. Februars ging es endlich wieder aufs Wasser! Zusammen mit den belgischen Europe-Seglern trainierten wir -drei Deutsche- zwei Tage lang auf dem Grevelinger Meer in den Niederlanden. Zusammen waren wir etwa 15 Boote. Mit dem belgischen Europe-Segler Mattijs und der Französin Laurence hatten wir ein tolles Trainerteam und die Briefings fanden auf drei Sprachen statt: flämisch, französisch und englisch... Thema des Wochenendes: Segeln mit Kompass.
Am Samstag empfing uns zwar leider eine spiegelglatte Oberfläche, doch wir gingen trotzdem vormittags und nachmittags jeweils etwa eine Stunde raus um es immer mal wieder zu probieren. So richtig konnten wir die geplanten Übungen aber nicht durchführen, sodass wir uns am späten Nachmittag für eine Jogging-und-Fußball-Runde am nahen Nordseestrand entschieden. Das reicht zwar nicht ganz an Segeln heran, hat aber trotzdem Spaß gemacht! Und eine absolut spiegelglatte Nordsee ist auch kein alltäglicher Anblick ;-)
Am Sonntag war uns zumindest der Wind gesonnener. Dafür war alles in eine dicke Nebelschicht gehüllt! So konnte das segeln nach Kompass und das Erkennen von Winddrehern mit Hilfe des Kompasses also bestens geübt werden. Wir verbrachten zwei schöne Einheiten mit interessanten Übungen bei etwa 3 Windstärken auf dem Wasser - auch wenn es bitterkalt war! Pünktlich zum Boote abbauen verzog sich auch endlich der Nebel.
Auf alle Fälle hatten wir zwei tolle Tage mit einer sehr netten Gruppe, die Freude auf mehr segeln in den kommenden Wochen gemacht haben!
Hier geht's zum Viedeo über das Trainingswochenende!
Der Weg zum Hochseesegeln in der Ausgabe 6/2012 des Segel-Journals
Am 24.10. erschien die Ausgabe 6/2012 des Segel-Journals; unter anderem mit einem Artikel von mir ("Wann, wenn nicht jetzt?", ab Seite 72) über das Hochseesegeln, das Besondere an Hochseeregatten und die Karibik-Reise der HASPA Hamburg.
Jugendeuropameisterschaft am Gardasee
--> erstes deutsches Mädchen und ein 18. Gesamtplatz
Vom 29.07. bis 04.08. fand in Riva del Garda (Italien) die Jugendeuropameisterschaft der Europes statt. Nachdem alle erfolgreich die langwierige Vermessung hinter sich gebracht hatten und wir am Montag Abend an der Eröffnungsfeier inkl. eines Marsches durch Riva teilgenommen hatten, ging es am Dienstag endlich richtig los.
Tag 1
Die Ora wollte sich heute nicht so recht durchsetzen. So dümpelten mittags bei ca. 30 Grad 142 Europes (55 Mädchen und 87 Jungen) in Richtung Startlinie... Nach längerer Startverschiebung und einem abgewetterten Gewitter konnten die Mädchen ihren ersten Lauf starten. Bei noch konstantem Wind gingen die ersten zwei Schenkel noch gut über die Bühne, danach flaute der Wind ab und drehte stark, sodass die Leetonne auf einem Am-Wind Kurs gerundet werden musste... Bei mir lief es dennoch gut und so schaffte ich als Beginn der Meisterschaft einen 14. Platz. Die Jungen machten in der Zwischenzeit drei Startversuche, die aber wegen des drehenden Windes alle wieder abgebrochen wurden. Es blieb also bei nur einem Lauf für die Mädchen. Wir hoffen auf besseren Wind für morgen!
Tag 2
Nachdem sich der erste Tag eher schleppend dahin gezogen hat, ging es am folgenden Tag richtig los und der Gardasee zeigte sich von seiner besten Seite. Sowohl die Jungen, als auch die Mädchen schafften jeweils drei Wettfahrten. Die Ora war zwar insgesamt schwächer als gedacht, aber dennoch konstant: Herrliches Segelwetter! Leider fuhren sich einige der deutschen Jungen direkt im ersten Lauf einen Frühstart ein... Auch sonst waren die Ergebnisse von allen noch nicht zufriedenstellend, aber es waren ja noch viele Wettfahrten offen. Ich fuhr die Plätze 14, 40 und 32. Aus dem 40.Platz wurde dann abends noch ein DSQ, da eine Spanierin gegen mich protestierte, ich aber nichts von der Verhandlung mitbekommen hatte und daher nicht dort war..... Aber: Eine Regatta ist bekanntermaßen erst nach der letzten Wettfahrt vorbei!
Tag 3
Der dritte Wettfahrtstag brachte ähnliches Wetter: Wind mit 3-4 Bft und viel Sonne. Leider war der Wind aber recht drehend und vor allem auf dem Outer- Loop war es unmöglich diese Dreher vorherzusehen. Einen 50 Grad Dreher haben leider fast alle deutschen Mädchen (mir inklusive) auf der falschen Seite erwischt... So fuhr ich heute die Plätze 23, 40 (der riesige Dreher auf der 2.Kreuz...) und 13. Insgesamt wurde es besser! Nach einem langen Tag auf dem Wasser, an dem beide Gruppen drei Rennen schafften, gab es im Hafen die allabendliche Pasta-Party. Später am Abend traf sich das deutsche Team beim aufgehenden Vollmond zum Team-Abend am Strand. Ein sehr schöner Abend, an dem viele Gedanken, Ideen und Anregungen - auch aber nicht nur, über die Europe- Klasse- ausgetauscht wurden...!
Tag 4
Am vierten Wettfahrstag standen für die Mädchen zwei, für die Jungen drei Läufe an. Nachdem alle rausgeschleppt wurden, mussten wir ein bisschen länger als gewöhnlich auf die Ora warten (was viele für eine Abkühlung im See genutzt haben), doch dafür erfüllten sich voll und ganz unsere "Ora-Erwartungen": 4-5 Windstärken und endlich einmal nicht drehend. Die Rennen brachten für das deutsche Team zwar Plätze von Top-10 bis 'sehr durchwachsen' mit sich (für mich einen 20. und einen 19. Platz), doch es waren auf jeden Fall sehr gute Bedingungen, bei denen man mit viel Spaß Regatta segeln konnte.
Tag 5
Am letzten Tag hieß es noch einmal alles zu geben! Eine letzte Wettfahrt war zu segeln und jeder versuchte, sich dafür noch einmal zu motivieren. Nachdem wir wieder einmal hinaus geschleppt worden waren, ließ die Ora nicht lange auf sich warten, sodass wir beinahe pünktlich starten konnten. Die Bedingungen waren leider nicht so gut wie am Vortag, doch die letzte Wettfahrt der JEM verlief dennoch zügig und ohne Probleme - auch wenn sich manch einer sicherlich mehr Wind gewünscht hätte. Der kam jedoch erst beim Abbauen und Einpacken... Ein weiterer 14. Platz war für mich ein zufriedenstellender Abschluss, der mir noch einmal gezeigt hat, dass bei der nächsten Jugendeuropameisterschaft (2013 in Brest) noch mehr für mich drin sein dürfte.
Die Siegerehrung auf der Terasse des Clubs war eine sehr schöne und feierliche Veranstaltung. Nach vielen Dankesreden an die Organisatoren (die einen tollen Job geleistet haben!!) wurden nun die U-17 Gewinner und anschließend die Europameister der Jungen und Mädchen geehrt. Diesjährige Jugend-Europameisterin wurde Anna Mikkelsen (Schweden), welche sich mit einer tollen Performance vor Julia Carlsson (Schweden) auf Platz zwei und Anne-Line Lingsoe (Dänemark) auf Platz drei, durchgesetzt hat. Jugend-Europameister 2012 wurde Marcus Hoeglander (Schweden), vor Nicholas Fadler Martinsen (Norwegen) auf dem zweiten Platz und Tobias Hemdorff (Dänemark) auf dem dritten Platz. Ich wurde insgesamt 18. und bin somit erstes deutsches Mädchen! :-)
Vielen Dank an unsere beiden Trainer, alle Eltern und Helfer, die uns diese tolle Regatta ermöglicht und uns jederzeit geholfen und untersützt haben!!
4.Platz bei der ersten JEM-Ausscheidung
Auf dem Schweriner See fand am vergangenen Wochenende, dem 28./29.April, die erste Ausscheidungsregatta für die Jugendeuropameisterschaft 2012 statt. 41 Teilnehmer waren gekommen, um sich für die Startplätze des deutschen Teams für die JEM zu qualifizieren, die zweite Ausscheidungsregatta findet Pfingsten im Rahmen des Young Europeans Sailing in Kiel statt.
Am Samstag trafen wir eher schwierige Windbedingungen an: es herrschte leichter und immer wieder drehender Wind mit vielen Böenfeldern und Flautenlöchern... In den drei Tageswettfahrten konnte ich mich auf den Plätzen 13, 3 und 4 platzieren, womit ich am Ende des Tages auf Platz 4 lag. Eine vierte Wettfahrt wurde noch gestartet, jedoch auf dem letzten Vorwindkurs abgebrochen, weil der Wind komplett weggegangen war und an ein ins-Ziel-kommen nicht mehr zu denken war. Nach kurzem Warten auf dem Wasser wurde schließlich entschieden, keinen weiteren Start mehr zu versuchen.
Der Sonntag brachte frischen Wind und so konnten wir bei 3-4 Windstärken noch einmal drei Läufe fahren. Bei mir lief es auch am Sonntag sehr gut und ich konnte mich somit mit den Platzierungen 4, 8 und 9 auf dem vierten Gesamtrang halten.
Gewonnen hat die Regatta Sverre Reinke, Zweite wurde Jannika Puls und Dritter Moritz Brückner. Einen großen Dank an dieser Stelle an die netten Organisatoren und Helfer des Segelclub Schwanenhalbinsel Schwerin - es war ein sehr schönes Wochenende!
10.Platz auf der Gesamtjahresrangliste 2011!!
Vielen Dank an alle, die mich unterstützt haben und somit dazu beigetragen haben, die Saison 2011 für mich in dieser Art und Weise möglich zu machen!
Beste Deutsche bei internationaler Regatta in Bordeaux
Vom 29.10. bis 1.11. fand in der Nähe von Bordeaux der 42. Grand Prix de l’Armistice statt. Der Cercle de la Voile de Bordeaux-Carcans-Maubuisson richtete auf dem größten Binnensee Frankreichs eine tolle viertägige Regatta aus, bei der zahlreiche Bootsklassen zwischen Opti, Europe, Finn, 470er und 505er an den Start gingen. Das Feld der Europes war das größte und wohl auch das internationalste! 105 Teilnehmer waren aus fünf Ländern angereist, um in zwei Startgruppen 10 geplante Wettfahrten auszusegeln – darunter 7 Deutsche. Von unserem Trainer Lars wurden Daniel, Sascha, Moritz, Arne, Lukas, mein Bruder Jan und ich, sowie fünf der belgischen Segler betreut, sodass wir eine schöne und gut funktionierende Gruppe beim Einsegeln, Austauschen und Besprechen hatten.
Die Regattatage waren gekennzeichnet von einem Hochdruckgebiet, welches zwar sonnige 20°C brachte, allerdings auch dafür verantwortlich war, dass die zu segelnden Wettfahrten nur sehr langsam zusammenkamen… Das Ergebnis des ersten Tages waren leider lediglich zwei verwartete Stunden auf dem Wasser und ein Startversuch. Keine besonders große Ausbeute. Am zweiten Tag ging es schon ein bisschen besser, sodass wir nachmittags einen Lauf bei leichtem Wind und daher schwierigen Bedingungen, über die Bühne bekamen. Am dritten Tag aber war uns der Wind besser gesonnen: bei 1-3 Beaufort schafften wir drei Läufe in beiden Gruppen.... hier weiterlesen

